Features im Radio

Features

Donnerstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Der Vietnamkrieg Ein Alptraum in Indochina Reporterlegende Seymour Hersh Stachel im Fleisch der Mächtigen Das Kalenderblatt 28.01.1878 Erste öffentliche Telefonzelle aufgestellt Von Justina Schreiber Der Vietnamkrieg - ein Alptraum in Indochina Autor: Michael Zametzer / Regie: Martin Trauner Man werde Vietnam "in die Steinzeit zurückbomben", hatte ein US-General im Jahr 1964 gedroht. Und wirklich: Auf das südostasiatische Land wurden mehr Bomben abgeworfen als auf alle Kriegsschauplätzen des Zweiten Weltkrieges zusammen. US-Soldaten haben Massaker an der Zivilbevölkerung begangen, haben Chemiewaffen eingesetzt und Napalm-Bomben abgeworfen. Bis zum Ende des Krieges wurden schätzungsweise vier Millionen Menschen getötet, unendlich viel Überlebende mussten mit schweren Traumata fertig werden, Zivilisten ebenso wie Soldaten. Der Krieg in Vietnam war ein Stellvertreterkrieg: Den wahren Feind sahen die Amerikaner nicht in Hanoi, sondern in Moskau und Peking sitzen. Für die USA ging es um nicht weniger als die Frage, wer in Südostasien das Sagen haben sollte. Und die Antwort war unmissverständlich: keinesfalls die Kommunisten! Aber die Gegner aus Nordvietnam verwickeln die hochgerüsteten US-Truppen in einen verheerenden Guerilla-Krieg, aus einem regionalen Konflikt wurde ein Krieg ohne Fronten. Vietnam wird bis heute das "Trauma der Amerikaner" genannt. Und die Folgen reichen bis in unsere Tage - bis in die aktuelle Außenpolitik der USA. Reporterlegende Seymour Hersh - Stachel im Fleisch der Mächtigen Autorin: Susanne Hofmann / Regie: Sabine Kienhöfer Das Massaker an hunderten Bewohnern des kleinen Dorfes My Lai im Vietnamkrieg, die Folter irakischer Gefangener im Gefängnis Abu Graib, die jahrzehntelange illegale Massenüberwachung durch die CIA: dass das alles überhaupt an die Öffentlichkeit kam, verdankt die Welt Seymour Hersh. Geboren 1937 in Chicago als Kind jüdischer Einwanderer wächst er dort im schwarzen Ghetto auf und lernt als Polizeireporter sein Handwerk. In den Jahrzehnten danach folgt eine Exklusivreportage auf die nächste. Er lüftet schmutzige Geheimnisse der US-Regierung, des Militärs, der Geheimdienste, deckt Kriegsverbrechen, Korruption, Umweltfrevel auf. Etliche Mächtige haben versucht, ihn mundtot zu machen, ohne Erfolg. Hersh ist unerschrocken, unabhängig, unermüdlich in der Recherche. Und er arbeitet alleine, ist ein Meister darin, Quellen zu finden und zum Sprudeln zu bringen. Radio Wissen über die Reporterlegende Seymour Hersh, einen der letzten Überlebenden aus dem Goldenen Zeitalter des Investigativjournalismus. Moderation und Redaktion: Iska Schreglmann

Donnerstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Schutzschild und Abwehr

Das menschliche Immunsystem (4). Gestaltung: Sabine Nikolay Wie alle Lebewesen ist auch der Mensch ständig Gefahren von außen ausgesetzt. So manche Gefahren für Leib und Leben kann man abschätzen und vermeiden: Im Straßenverkehr ebenso wie im Alltag. Was wir allerdings nicht sehen: Krankheitserreger, die mikroskopisch klein in der Atmosphäre schweben und unseren Organismus in Gestalt von Viren, Bakterien und Pilzen bedrohen, aber auch in Form von Plasmodien und Parasiten. Sie können in den menschlichen Körper eindringen und so unserer Gesundheit den Kampf ansagen. Bereits der deutsche Mediziner Robert Koch prägte das Bild der Erreger als "feindliche Eindringlinge", die es zu bekämpfen galt. So wurden die Bestandteile des Blutes aus medizinischer Sicht nicht mehr nur nach ihrer Farbe oder Form klassifiziert, sondern anhand ihrer Rolle im Kampf gegen Krankheitserreger: Weiße Blutkörperchen wurden in Fress-, Helfer- und Killerzellen unterteilt - sie galten als "Truppen" unseres "Abwehrsystems". Gegen solche Angriffe von außen schützt das Immunsystem. Es besteht aus der angeborenen Immunantwort, einem in der Frühzeit des Menschen entwickelten Schutzschild, der so effektiv ist, dass er über Jahrtausende weitgehend unverändert geblieben ist, und der adaptiven Immunabwehr, einem hoch flexiblen, sich ständig verändernden und weiterentwickelnden Schutzsystem das sehr effektiv ist. Der Aufbau unseres Immunsystems ist sehr komplex und besteht aus zahlreichen Bestandteilen. Zu den Organen des Immunsystems zählen neben dem Blut das sogenannte lymphatische System mit den lymphatischen Organen. Außerdem bieten Haut und Schleimhäute einen wichtigen Schutz gegen Stoffe und Eindringlinge von außen. Wie kann man das Immunsystem stärken, wie funktionieren Impfungen und die Immunisierung nach überstandener Krankheit, und warum dauert es so lange, bis das menschliche Immunsystem auf neue Bedrohungen wie zum Beispiel das Corona Virus effizient reagiert?

Donnerstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Lust auf Literatur

Die Radiokolleg-Bücherbox zum Thema "Lesen" (4). Gestaltung: Julia Reuter Die "Bücherbox" ist ein neues Langzeit-Format des Radiokollegs, das sich mit bekannten literarischen Werken befasst - von Klassikern bis zeitgenössischen Romanen. Jede Folge ist einem bestimmten Buch gewidmet und gibt Einblick in die Handlung, die Entstehungs- sowie die Rezeptionsgeschichte. Dabei soll auch hinterfragt werden, ob und warum das jeweilige Buch als Weltliteratur gilt - ein Begriff, den Johann Wolfgang von Goethe geprägt hat. Die "Bücherbox" richtet sich sowohl an ein jüngeres Publikum als auch an all jene, die nicht in Literaturwissenschaften bewandert sind. Es geht darum, Berührungsängste abzubauen und (dem Titel entsprechend) Lust auf Literatur zu machen. *Staffel 1: "Über das Lesen"* Markus Zusak: "Die Bücherdiebin" (2006) [Australien] Umberto Eco: "Der Name der Rose" (1980) [Italien] Ray Bradbury: "Fahrenheit 451" (1953) [USA] Dai Sijie: "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" (2000) [Frankreich/China] In der ersten Staffel der "Bücherbox" stehen vier Romane im Mittelpunkt, in denen das Lesen von Büchern von zentraler Bedeutung ist. " ... ein Buch im Haus nebenan ist wie ein geladenes Gewehr. Vernichte es. Entlade die Waffe. Breche den menschlichen Geist", heißt es in Ray Bradburys Roman "Fahrenheit 451". Lesen ist in Bradburys Dystopie verboten, Bücher werden von Feuerwehrmännern aufgespürt und verbrannt, manchmal kommen dabei auch die Buchbesitzer ums Leben. Im Roman "Der Name der Rose" von Umberto Eco, dessen vorwiegender Schauplatz ein mittelalterliches Kloster zur Zeit der Inquisition ist, kann Lesen mitunter tödlich enden, nämlich das Lesen eines ganz bestimmten Buches, dessen Seiten vergiftet wurden, damit sein Inhalt nicht verbreitet wird. Verbotene Bücher spielen auch in Dai Sijies Roman "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" eine nicht unwesentliche Rolle. Es geht um zwei Jugendliche, die in einem chinesischen Bergdorf von Bauern umerzogen werden sollen und auf einen Koffer voll mit westlichen Büchern stoßen, die sie fasziniert zu lesen beginnen. Markus Zusak hat sich in seinem Roman "Die Bücherdiebin" ebenfalls mit der Faszination des Lesen sowie der Macht der Worte auseinandergesetzt. Aus der Sicht des Todes wird die Geschichte eines kleinen Mädchens erzählt, das während des Zweiten Weltkrieges zu Pflegeeltern kommt, dort Lesen lernt, Bücherverbrennungen miterlebt und vom lodernden Haufen Bücher stiehlt.

Donnerstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Lexikon der österreichischen Popmusik

The Base, Chronopop, Dives, Der Nino aus Wien (4). Gestaltung: Sabine Nikolay, Thomas Mießgang, Alexandra Augustin, Stefan Niederwieser *Nino aus Wien - Herz und Hintersinn aus Hirschstetten* Nino Mandl schreibt große Lieder. Weil manche im Dialekt sind, wird er eher zufällig zum Ziehvater neuer Dialektbands aus Österreich. Du Oasch. Man möchte es laut rufen, wenn Nino aus Wien diese zwei Worte singt. Das Lied "Du Oasch" spricht aus, was viele sich denken, wenn sie unten sind, ein gebrochenes Herz haben oder in Wien speziell verankert sind. Der Nino aus Wien liefert damit 2009 eine Steilvorlage. Tiefer Dialekt und Verlierertypen sind plötzlich wieder angesagt. Und jäh bricht eine Welle neuer Austropop-Bands über das Land herein. Manche von ihnen verdanken dem Nino aus Wien einfach nur sehr viel. Andere reden ganz offen darüber, welchen Einfluss er auf ihr Musik hatte. Wie etwa die Schwerenöter der Band Wanda. Nino aus Wien wird als Nino Mandl vor 33 Jahren in Wien geboren. Auf seinen frühen Alben singt er noch nicht einmal im Wienerischen Dialekt. Wobei, Hochdeutsch ist das auch nicht. Manchmal schlenzt er seine Worte. Und oft heult er sie, weil es ihm so dreckig geht. Deshalb wird er oft nach Wolfgang Ambros und seinen österreichischen Vorbildern befragt. Er streicht dann die Beatles heraus, Nick Drake und auch Daniel Johnston. Von den Ersten hat er den Willen zum Großen, vom Zweiten den Schwermut und vom Letzten die fragile Euphorie. In zwölf Jahren veröffentlicht Nino aus Wien zwölf Alben. Manche davon sind auch sehr erfolgreich. Heute beherrscht er Innen-, Mitten- und Mittelreime genauso wie Rock, Chanson und Liedermacherei. Niemand macht ihm aber bei seinem Hintersinn etwas vor. Der Humor hat bei Nino aus Wien viele Farben, schwarz, golden oder andere Farbe. Der Musiker schiebt das auf seine Jugend am Rand von Wien, jenseits der Donau in Hirschstetten, wo man, wie er selbst sagt, voll eine eigene Sprache entwickelt hat und so. Und heute, da kennt seine Sprache die ganze Welt in Österreich. Gestaltung: Stefan Niederwieser

Donnerstag 13:34 Uhr WDR5

Neugier genügt - Das Feature

Donnerstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Das Einhorn Das nichtexistierende Tier Das Schnabeltier Säugetier, Vogel, Reptil Das Kalenderblatt 28.01.1878 Erste öffentliche Telefonzelle aufgestellt Von Justina Schreiber Das Einhorn - das nicht existierende Tier Autor: Rolf Cantzen / Regie: Petra Herrmann In vielen verschiedenen Kulturen wurde von Einhörnern berichtet: In indischen Mythen ist das Einhorn das Sinnbild der männlichen Zeugungskraft, in China gehörte es zu den vier heiligen Zaubertieren und galt als Glücksbringer. Griechen und Römer sichteten es im Altertum und auch in der Bibel gab es Einhörner, allerdings nur deshalb, weil die Übersetzer der hebräischen Bibel Fehler machten, die während der folgenden Jahrhunderte nicht korrigiert wurden. So wurde unter anderem aus dem Auerochsen ein Einhorn, ein Tier, das in der Folgezeit meistens als Pferd mit mächtigem Horn dargestellt wurde. In christlichen Erzählungen galt es oft als Symbol für das Kreuz, für Jesus, für die Einheit des Glaubens, aber auch für die Feinde Gottes. Besondere Heilkräfte werden dem Einhorn zugeschrieben. Ein Becher aus seinem Horn neutralisiert grausamste Gifte. In der heutigen Esoterik erlebt das Einhorn eine Wiedergeburt: In Büchern, Filmen, Liedern und Bilder wird die Rückkehr der Einhörner beschworen. So entwickelt sich derzeit ein Kult um das Einhorn, der auch vor Abbildungen von Einhörnern auf Toilettenpapier nicht zurückschreckt. Das Schnabeltier - Säugetier, Vogel, Reptil Autorin: Margarete Blümel / Regie: Eva Demmelhuber Ente? Biber? Reptil - oder Säuger? Platypus, das australische Schnabeltier, brachte die Zoologen des 19. Jahrhunderts ins Staunen. Ein solches Wesen entzog sich den bis dahin gängigen Klassifikationsmodellen. Es sah ganz so aus, als habe sich die Natur da einen ernst zu nehmenden Scherz erlaubt. Der deutsche Biologe Johann Friedrich Blumenbach verpackte seine Ratlosigkeit vornehm auf Latein: Ornithorhynchus paradoxus - widersinniges Vogelschnabeltier nannte er die in Spiritus eingelegten Platypus-Exemplare. Der schuppige, abgeflachte Schwanz der Spezies lässt zunächst an einen Biber denken - eine Illusion, die der breite Entenschnabel aber gleich wieder zunichtemacht. Außerdem verfügt Platypus über ein Fell, das Schnabeltier legt Eier und versorgt seine Kleinen mit Milch. Wer darauf hofft, all das einmal in Augenschein nehmen zu können, wird leider meist enttäuscht. Denn Schnabeltiere leben im Wasser oder in ihren unterirdischen Bauten. Alles, was er von einem Platypus je bemerkt habe, so der Zoologe Professor Ulrich Zeller, sei ein "Platsch" gewesen, als das Tier vom Ufer ins Wasser sprang. Moderation: Yvonne Maier Redaktion: Bernhard Kastner

Donnerstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Das wird man doch wohl noch denken dürfen! Was Vorurteile für uns bedeuten Von Pia Masurczak und Andreas Kirchner Sie schaden Menschen und trotzdem werden wir sie kaum los - Vorurteile prägen unseren Alltag. Wie können wir damit umgehen? Wir können uns ihnen stellen und uns immerzu hinterfragen, doch ein Leben ohne Vorurteile scheint unmöglich. Sie bilden Denkabkürzungen, die uns ein schnelles und intuitives Handeln ermöglichen, unterstützen Identitäts- und Gruppenbildung - doch der Preis, den wir dafür zahlen, ist enorm. Denn Vorurteile reduzieren komplexe soziale Beziehungen und sind Grundlage für pauschale Verurteilungen, Diskriminierung und Ausgrenzung. Woher kommen diese Denk- und Urteilsmuster? Wie erleben Betroffene diese tief verankerten Zuschreibungen? Und: Können wir Vorurteile verlernen?

Donnerstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Freispiel

Kurzstrecke 106 Feature, Hörspiel, Klangkunst - Die Sendung für Hörstücke aus der freien Szene Zusammenstellung: Julia Gabel, Marcus Gammel, Ingo Kottkamp und Johann Mittmann Produktion: Autor*innen/Deutschlandfunk Kultur 2021 Länge: 56"30 (Ursendung) Ungewöhnlich und nicht länger als 20 Minuten: Wir stellen regelmäßig innovative, zeitgemäße, radiophone Hörstücke vor. Heute mit Einblicken in eine Lebensgemeinschaft zwischen Mensch und Kuh. COWorking - Eine Kuh ist auch nur ein Mensch Von Miri Pelzman Fear of the dark Von Claudia Weber Murmelphon Von Joseph Baader Außerdem: Neues aus der "Wurfsendung" mit Julia Tieke. Kurzstrecke 106

Donnerstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Schutzschild und Abwehr. Das menschliche Immunsystem (4). Gestaltung: Sabine Nikolay Lust auf Literatur. Die Radiokolleg Bücher-Box zum Thema "Lesen" (4). Gestaltung; Julia Reuter The Base, Chronopop, Dives, Der Nino aus Wien (4). Gestaltung: Sabine Nikolay, Thomas Mießgang, Alexandra Augustin, Stefan Niederwieser

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